











Schweden-Reise der Liebersbacher Ringer mit vielen neuen Eindrücken.
(T.P.) Bereits im August erhielt die SVG Nieder-Liebersbach die Einladung zum „50.Mälarcupen“ des schwedischen Vereins Västeras Brottarklubb und man begann, sich ernsthaft Gedanken über die Möglichkeit einer Teilnahme an diesem hochkarätig besetzten Turnier zu machen. Hier profitierte man von den reichhaltigen Erfahrungen des Neuzugangs Sören Stein, der gemeinsam mit seinem Vater und auch schon im Rahmen des NBRV Turniere in Schweden und Norwegen besucht hat. Nach Festlegung des Teilnehmerkreises wurden dann Anfang Oktober alle notwendigen Buchungen und Meldungen veranlasst. Man entschied sich aus Kosten- und Zeitgründen für den zweistündigen Flug von Frankfurt nach Stockholm, um auch noch etwas Luft für Aktivitäten außerhalb des Turniers zu haben. Die 14-köpfige Reisegruppe mit Abteilungsleiter Klaus Andolfatto, Gerhard Stein, den Trainern Willi Kraft und Sven Lay, Kampfrichter Thomas Pfeifer, sowie den Sportlern Louis Lay, Tim Scheid, Colin Eckert, Marcel Scheid, Daniel Layer, Sören Stein, Patrick Eckert, Florian Otto und Serhat Deveci startete am 03.November morgens auf ihre große Tour in den Norden. Nach der Landung in Stockholm-Arlanda bezog man Quartier in der 130 km westlich gelegenen Stadt Eskilstuna, wo man in einem kleinen Hostel fast unter sich war. Am Abend war dann direkt ein kleines Training und erstes Kennenlernen beim Ausrichterverein im 45 km entfernten Västeras angesetzt, wo sich die Liebersbacher gleich mit dem ringerischen Niveau und den Eigenarten der heimischen Sportler vertraut machen konnten. Der medizinische Check und das Wiegen fanden am Freitag statt, bevor es dann am Samstag ab 9.00 Uhr auf insgesamt 7 Matten in der riesigen Bombardier-Arena rund ging. 779 Teilnehmer aus 120 Vereinen, davon erstauliche 221 im weiblichen Bereich hatten gemeldet. Sie kamen aus 14 Nationen; Schweden, Dänemark, Norwegen, Finnland, Estland, Ukraine, Weißrussland, Russland, Polen, Bulgarien, Griechenland, Belgien, USA und Deutschland. Aufgrund des hohen Teilnehmeraufkommens verzichtete man auf lange Einmärsche, Reden sowie Eröffnungs- und Siegerzeremonien – „Ringen pur“ war über fast 16 Stunden an zwei Wettkampftagen angesagt. Die Sportler der SVG kamen erstaunlich gut zurecht, lediglich zwei waren bereits am Samstag ausgeschieden und mit Tim Scheid erreichte der amtierende Deutsche A-Jugendmeister auch standesgemäß die Finals um die Medaillen.
B-Jugend, 47 kg (29 Teilnehmer): Louis Lay gegen Karppinen / FIN (PS 4:1), Eriksen / NOR (PN 4:11) und Larsson / SWE (PN 10:10) – Platz 18
Kadetten, 50 kg (10 Teilnehmer): Tim Scheid gegen Astrand / SWE (TÜS 8:0), Olsson / SWE (PN 0:3), Frye / USA (SS), Jaffari / SWE (SS) und Lewis / USA (TÜN 0:9) – Platz 4
Kadetten, 54 kg ( 23 Teilnehmer): Colin Eckert gegen Yljääskö /SWE (TÜS 10:2), Markusson / SWE (PN 1:5), Johansson / SWE (PS 10:7) und Kheder /SWE (TÜN 0:8) – Platz 10
Männer, 59 kg (15 Teilnehmer): Marcel Scheid gegen Tryfonov / UKR (TÜN 0:8), Hising / SWE (TÜS 9:0) und Mamatsuev / BEL (TÜN 0.9) – Platz 8
Männer 59 kg: Daniel Layer gegen Eriksson / SWE (SS), Berkimbaev / RUS (PS 14:11), Zhorabek / SWE (TÜN 0:8) und Karjalainen / FIN (TÜN 0:8) – Platz 7
Männer 66 kg (20 Teilnehmer): Sören Stein gegen Abdulbaki / NOR (TÜS 8:0), Morrow / USA (TÜN 3:12) und Hajizadeh / SWE (PN 3:4) – Platz 8
Männer 66 kg: Patrick Eckert gegen Leskinen / FIN (PN 0:4) und Lassen / DEN (TÜN 0:8) – Platz 17
Männer 85 kg (13 Teilnehmer): Florian Otto gegen Choan / USA (PS 6:0), Bracket / USA (PS 3:2), Stjepanetic / SWE (TÜN 0:8) und Olsson / SWE (TÜN 0:8) – Platz 5
Männer 98 kg (11 Teilnehmer): Serhat Deveci gegen Sandahl / SWE (PN 3:6), Baumann / EST (PS 2:1) und Kessidis / SWE (TÜN 1:11) – Platz 7
Für Liebersbachs Ringer und auch Trainer eröffneten sich im Turnierverlauf einige Erkenntnisse – so waren die meisten Athleten aus den skandinavischen Ländern körperlich stark überlegen und pflegten einen angriffslustigen und risikoreichen Kampfstil. Dies war auch der Tatsache geschuldet, daß man bei diesem Turnier im Griechisch-römischen Stil bereits nach den neuen internationalen Regeln der UWW kämpfte, die keine Unterbrechungen und keine angeordnete Bodenlage bei Passivität mehr vorsehen.
Den wettkampffreien Montag nutzte man – trotz Wintereinbruchs in Schweden mit Schnee und Minusgraden – zu einem ausgedehnten Ausflug in die Hauptstadt Stockholm. Das „Venedig des Nordens“ bot viele Möglichkeiten, interessante Orte und Dinge zu besichtigen.
Alles in Allem war die sechstägige Reise für alle Beteiligten ein voller Erfolg und man bot den erfolgreichen Sportlern der letzten Jahre neben der rein sportlichen Herausforderung auch ein tolles Gemeinschaftserlebnis, welches das Team in Zukunft noch enger zusammenschweißen sollte. Man hat in Schweden eine freundliche Aufnahme gefunden und ist durchaus bereit, auch im kommenden Jahr erneut die Reise in den Norden anzutreten.